01.06.2016

Arbeitslosigkeit in Kiel - Zahlen und Entwicklung

Im März 2016 lebten in Kiel 17.550 arbeitslose Menschen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 8,9 Prozent. Damit ist sie im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Im März 2015 betrug die Arbeitslosenquote 8,5 Prozent genauso wie im Jahresdurchschnitt 2015. Unter den Arbeitslosen befinden sich in der Regel mehr Männer als Frauen und eine Vielzahl von ihnen ist bereits 50 Jahre und älter. Gerade für diese Bewerber wird es mit jedem Jahr schwieriger Jobs in Kiel zu finden. Die meisten Arbeitslosen im Allgemeinen leben in Gaarden-Ost, Mettenhof, Neumühlen/Dietrichsdorf und Elmschenhagen. Hingegen leben in der Altstadt, Vorstadt, Düsternbrook, am Hasseldieksdamm, in Friedrichsort und Rönne nur sehr wenige Menschen ohne Job.

Historische Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Nach dem II. Weltkrieg lastete eine hohe Arbeitslosigkeit auf der Stadt Kiel. Schließlich war der wichtigste Sektor auf dem Arbeitsmarkt – die Marine und der Schiffsbau – weggebrochen. Im Jahr 1951 betrug die Arbeitslosenquote erstaunliche 23,5 Prozent. Die Stadt bemühte sich um den Aufbau neuer Wirtschaftszweige und einem schrittweisen Abbau der Arbeitslosigkeit. Ende der 1950er war das Ziel erreicht: Es herrschte Vollbeschäftigung im Stadtgebiet – das Wirtschaftswunder hat begonnen. Mit der ersten Ölkrise 1973 waren die blühenden Zeiten jedoch vorbei und die Arbeitslosigkeit stieg in den folgenden Jahren wieder ständig an. 1990 und 2000 lag die Arbeitslosenquote bei ca. 11 Prozent, schoss in 2005 allerdings erneut auf knapp 17 Prozent hoch, bevor sie sich anschließend wieder ein Niveau zwischen 9 und 11 Prozent erreichte.

Zukunftsprognosen

Experten rechnen damit, dass die Arbeitslosenquote in Kiel im Jahresdurchschnitt 2016 um ca. 2,0 Prozent gegenüber 2015 zunehmend wird. Mittel- bis langfristig wird jedoch ein Rückgang der Arbeitslosigkeit erwartet. Experten prognostizieren eine deutschlandweite Vollbeschäftigung im Jahr 2030., von der auch die Region Kiel profitieren wird.

Branchen, Arbeitgeber und Stellenangebote

Historisch war der Arbeitsmarkt in Kiel Langezeit von der Deutschen Marine und dem Schiffbau geprägt. Vor dem ersten Weltkrieg arbeiteten ca. 2/3 der Einwohner Kiels in diesem Sektor. Doch das sollte sich nach dem II. Weltkrieg ändern. Zu diesem Zeitpunkt wurde Kiel zu einem Zentrum für Mode mit über 300 Schneidereien. Inzwischen dominiert jedoch der Dienstleistungssektor, wo über 80 Prozent aller Jobs in Kiel angeboten werden. Zu den ansässigen Dienstleistungsunternehmen gehören: Reedereien, Logistik- und Medienunternehmen sowie Banken und Versicherungen. Hinzu kommen zahlreiche Stellen im Tourismus und der Industrie. Außerdem sind der Kieler Ostseehafen und der Schiffbau wieder von Bedeutung. Zusätzlich ist Kiel ein wichtiger Standort für Bildung und Forschung. Die Stadt bietet gute Ausbildungsmöglichkeiten und hochwertige Anstellungen an der Universität, in unterschiedlichen Forschungseinrichtungen und den verschiedenen Hochschulen im Stadtgebiet.

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Umschulungspotential

Umschulungen sind eine hilfreiche Maßnahme, um den Erwerb zu sichern. Sie sind eine Möglichkeit, um auf die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt zu reagieren. Besonders im Bereich der kaufmännischen Berufe und im Gesundheitssektor bleiben Stellen Langezeit unbesetzt, da qualifiziertes Personal fehlt. In 2-3 Jahren können sich Arbeitnehmer jedoch erfolgreich zum Alten- oder Krankenpfleger umschulen lassen. Außerdem gibt es zahlreiche Umschulungs-Angebote zum IT-Systemtechniker, Finanzbuchhalter, Einzelhandelskaufmann/-frau, Industriekaufmann/-frau und viele mehr. Darüber hinaus werden in Kiel Umschulungsmaßnahmen auch im Bereich Medien und Erneuerbare Energien angeboten. Wie wäre es mit einem künftigen Job als 'Projektmanager/in Alternative und Erneuerbare Energien', als 'Fachberater/in Bioenergie und Blockheizkraftwerke' oder als 'Social Media PR Manager/in'? Das Beste daran: Viele Maßnahmen werden von der Agentur für Arbeit Kiel finanziell gefördert.